Als ich mich vor vielen Jahren auf die letzte mündliche Prüfung im Stabsoffizierlehrgang vorbereitet habe, hatte ich irgendwann die Karteikarten für meinen Vortrag fertig. Auf der letzten, der für die Rückfragen der Prüfer, stand nur dieser eine Spruch.
Gottvertrauen heißt nicht, dass wir uns auf Gott ausruhen können. Wir sind schon aufgefordert, erst mal alles zu unternehmen, um uns selber bestmöglich durch die Irrungen und Wirrungen des Lebens zu manövrieren. Aber irgendwann kommen wir Menschen trotz aller noch so guten Vorbereitung an den Punkt, wo es nichts mehr weiter vorzubereiten gibt, wo andere die Steuerung übernehmen oder einfach der Zufall regiert. Diese Grenze verbreitet Unsicherheit, macht vielleicht Angst und kann uns lähmen. Erst hier kommt gut verstandenes Gottvertrauen ins Spiel: wir können uns in solchen Situationen auf die feste Zusage Gottes verlassen, dass er uns begleiten und nicht alleine lassen wird und dass er uns auffangen wird, wenn wir fallen. Dieses Versprechen kann uns die nötige Gelassenheit geben, auf das Unerwartete und Unvorbereitete zu reagieren und dann verlieren auch die unübersichtlichste Situation oder der strengste Prüfer schnell viel von ihrem Schrecken.
Zumindest bei mir hat es offensichtlich gewirkt und die Karteikarte dürfte auch noch immer ein einsames Dasein in der Aktenablage meiner Prüfungsunterlagen an der Führungsakademie fristen.